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05.06.2005 - Campus in Nürnberg entsetzt
Geschrieben von: tammo
Kategorie: Bildungswesen

Seit Montag Abend campierten StudentInnen auf dem Campus der GSO-FH in Nürnberg. Ziel war es, auf die drohenden, wie die bereits existierenden sozialen Schranken in der Bildung aufmerksam zu machen und die Demokratisierung der Hochschulen einzufordern. Am Freitag wurde das Camp beendet
Die erfolgreiche Besetzung des Campus der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule wird heute, Freitag, den 3.6.2005, abgeschlossen. Ziel der Aktion war es, die Ablehnung von Studiengebühren und die Forderung nach einer demokratischen Hochschule sichtbar zu machen. Weiter sollte die StudentInnenschaft informiert und zum Widerstand gegen den unsozialen Umbau der Bildungslandschaft animiert werden. Vielen Dank für die große Solidarität und den Zuspruch durch StudentInnen unserer und anderer Hochschulen, viele ProfessorInnen, SchülerInnen und vor allem durch alle, die gekommen sind, obwohl sie von der Thematik nicht persönlich betroffen sind. Der Widerstand wird weitergehen mit Euch!

Eine ausführliche Auswertung der Aktion steht noch aus. Deshalb wollen wir an dieser Stelle auf die Gründe eingehen, die das Campus-WG-Plenum dazu veranlassten das Camp bis heute 24 Uhr abzubauen.

Die Entscheidung fiel, nachdem die Hochschulleitung wegen angeblicher Sicherheitsbedenken angekündigt hat, das Camp nur noch bis Freitag Nacht zu dulden. Die Hochschulleitung hat die klare Aussage der Campus-WG, dass die Aktion auf unbestimmte Zeit angelegt war, wie auch in den Medien berichtet, bewußt umgedeutet zu einer Zusage das Camp am Freitag zu beenden und gegen uns verwendet. Unmissverständlich wurde mit einer polizeilichen Räumung und repressiven Maßnahmen gegen die gesamte Gruppe als auch einzelne Personen gedroht. Es wurde von uns eine Entscheidung innerhalb von einer halben Stunde gefordert.

Der Vorschlag der Hochschulleitung, dass Einzelpersonen in Form einer Haftungserklärung sich persönlich für Sach- und Personenschäden verantwortlich erklären, wurde abgelehnt. Wir hielten es, aufgrund der Formulierung der Erklärung, sowie dem massiven Zeitdruck, nicht für sinnvoll das Angebot anzunehmen. Zudem wollte das Plenum die komplette Verantwortung nicht auf wenige einzelne Personen abwälzen. Dies und der extreme Druck, der auf uns ausgeübt wurde, ließ uns keine andere Wahl als das Camp zu beenden. Denn unser Hauptziel war und ist es aktionsfähig zu bleiben, um einen starken Widerstand gegen Studiengebühren und die Ökonomisierung der Bildung aufzubauen.

Die Hochschulleitung hat aber zugesichert, dass der Campus am Montag für eine Aktion genutzt werden kann. Diese Möglichkeit werden wir natürlich auch wahrnehmen, um unserer Forderung nach kostenfreier Bildung und demokratischer Mitbestimmung Nachdruck zu verleihen.

Überrascht und erfreut hat uns die Kooperation der Hochschulleitung bis Donnerstag, die uns ermöglicht hat in einer entspannten Atmosphäre unserem Anliegen Ausdruck zu verleihen. Die heute getroffene Entscheidung, die auf einer bewussten Verdrehung unserer Aussagen beruhte und unserer Meinung nach auch politisch motiviert ist, hat uns jedoch ganz klar die Grenzen einer solchen Zusammenarbeit aufgezeigt. Dies ist enttäuschend und wir werden solchen Provokationen in Zukunft gegebenenfalls auch entgegentreten. Da wir aber an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung interessiert sind, werden wir weiterhin das Gespräch mit ihr suchen.

Das Camp geht zu Ende, der Kampf um die Bildung geht weiter!


Das Plenum der Campus-WG
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