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09.09.2003 - Free Paulo-Kommt alle!
Geschrieben von: 23
Kategorie: International

Paulo Elkoro ist seit dem 1.9. in Hungerstreik!
kommt alle am 14.sep.-17 Uhr nach münchen stadelheim(trambahn endstation linie 27) zur knastkundgebung
nähere infos unter www.intsol.de/paulo

Hier ein Brief von Paulo aus dem Knast:
Gedanken eines baskischen Gefangenen
Den Konflikt zwischen Madrid und dem Baskenland gibt es schon lange. Immer wieder wurden und werden im Baskenland Leute festgenommen und in Madrid gefoltert. Seinen Anfang nahm dies spaetestens mit der Bombardierung von Gernika, als sich mit Unterstuetzung von Hitler und Mussolini die Diktatur von Franko etablierte. Mehr als 36 Jahre wurde es unseren Eltern untersagt, die baskische Sprache zu sprechen, waehrend in Nuernberg in der Strasse der Menschenrechte seit vielen Jahren schon in 30 verschiedenen Sprachen (stellvertretend fuer alle Sprachen) an die Einhaltung der Menschenrechte erinnert wird. Unsere Eltern waren also waehrend der Franko-Diktatur gezwungen, Schulen im Untergrund zu besuchen, und es gab eine Vielzahl von Verschwundenen. Typisch fuer Diktaturen!
Heutzutage ist die Lage nicht sehr viel anders. Es gibt mit 670 mehr politische Gefangene als unter Franko. Mehr als 2000 Basken und Baskinnen befinden sich aus Angst vor Diskriminierung, Verhaftung oder Folter auf der Flucht oder im Untergrund, und ihre Zahl wird immer groesser. Anfang dieses Jahres wurde die einzige ausschliesslich baskischsprachige Zeitung verboten und geschlossen. Journalisten und Funktionaere der Zeitung wurden festgenommen und in Madrid gefoltert. Kurz vor den letzten Kommunalwahlen wurden zwei politische Parteien verboten, aber auch viele andere Organisationen, Zeitschriften, Schulen oder Unternehmen sind in Gefahr, auf scheinbar demokratischem Wege verboten zu werden. Gelegentlich gibt es auch Verschwundene.

Folter gegen baskiche Dissidenten wird in Madrid systematisch angewendet. Ja, systematisch! Doch davon wollen etliche europaeische Politiker und Richter nichts hoeren, obwohl sie es wissen. Dadurch akzeptieren sie, dass immer wieder gefoltert wird. Werden dann solche Faelle immer wieder mal bekannt und nachgewiesen, werden sie als Ausnahmen deklariert, die wie die Affekte eines Kindes nicht zu kontrollieren sind, sodass dieses "Kind" in der EU quasi machen kann, was es will.

So also sehen die Loesungsverschlaege aus Madrid aus. Und in diese Apartheidspolitik versucht die Regierung von J.M. Aznar andere Laender einzubeziehen. Wenn sich Deutschland in diesen Konflikt zwischen Madrid und dem Baskenland einmischt, sollte es sich fuer eine friedliche Loesung einsetzen, die in Verhandlungen Frieden und Anderkennung fuer beide Laender bringt. Mit meiner Auslieferung, die in Nuernberg beschlossen wurde, wird der Konflikt aber nur verschaerft und alte Wunden wieder aufgerissen.

Wir wollen keinen Separatismus oder neue Grenzen! Was wir fordern ist die Wiedervereinigung unseres Landes in einem souveraenen Staat. Diese Forderung stuetzt das Voelkerrecht, denn die Basken sind ein eigenes Volk mit einer eigenen Sprache, der Ursprache der Europaeer! In Muenchen gibt es einen Fluss. Er hat einen baskischen Namen - Isar. Isar kommt von "izotz" und das bedeutet Eis. Doch diese Zusammenhaenge liegen schon weit zurueck!

Muenchen Stadelheim, den 18.8.03 Paulo Elkoro Ayastui

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