| |
| 01.12.2004 - Neonazis bestreiten Anschlagspläne auf Jüdisches Zentrum und Razzia bei verbotener Neonazi-Gruppe (SSS) |
| Geschrieben von: 23 |
| Kategorie: |
Faschismus und Rassismus |
http://de.news.yahoo.com/041201/12/4bjwf.html:
Neonazis bestreiten Anschlagspläne auf Jüdisches Zentrum
München (AP) Der Neonazi Martin Wiese hat im Prozess um den vereitelten Bombenanschlag auf das Jüdische Zentrum in München erneut Unterstützung von Mitangeklagten bekommen. Es habe «nie eine Planung für irgendeine Sprengstoffexplosion oder gar einen Anschlag gegeben», sagte der 24-jährige Karl-Heinz Statzberger am zweiten Verhandlungstag am Mittwoch in München. Ähnlich hatte sich bereits ein weiterer Beschuldigter geäußert. Der angeklagte David Schulz gab an, Wieses Ziel sei ein nationalsozialistischer Staat gewesen. Von Anschlagsplänen habe er aber nichts mitbekommen.
Statzberger sagte, die Neonazi-Gruppe «Aktionsbüro Süd» sei «keine terroristische Vereinigung», sondern habe sogar andere von Gewalt abgehalten. Wiese und drei seiner Stellvertreter stehen wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht.
Laut Anklageschrift bereitete die rechtsextremistische Kameradschaft Umsturzpläne vor. Demnach wollten die Neonazis vor oder bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am 9. November 2003 eine Bombe zünden. Den vier Angeklagten zwischen 21 und 28 Jahren werden weiter Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz sowie illegale Sprengstoffbeschaffung zur Last gelegt.
Statzberger erklärte vor Gericht, die Gruppe habe Waffen und Sprengstoff nur «zum Nervenkitzel» besorgt. «Es war nie das Ziel, die Demokratie mit terroristischen Straftaten zu beseitigen», sagte der Zimmererlehrling.
Die so genannte Schutzgruppe, der innere Führungszirkel um Wiese, bereitete sich nach Statzbergers Angaben auf Einsätze bei Demonstrationen vor, wo Neonazis öfters von politisch Andersdenkenden angegriffen würden. Laut Bundesanwaltschaft übte die Gruppe mit Soft-Air-Pistolen für einen Anschlag mit scharfen Waffen. Der 24-Jährige sagte, die wöchentlichen Übungen hätten zur «Körperertüchtigung» gedient. Manchmal seien auch Abwehrmaßnahmen geübt worden.
Nach Angaben von Schulz sprach Wiese allerdings davon, scharfe Waffen bei der «Schutzgruppe» einführen zu wollen. Der 21-Jährige will dies aber nicht geglaubt haben. Ebenso habe er es für eine Prahlerei Wieses gehalten, dass das beschaffte Material echter Sprengstoff sei.
Der vierte Angeklagte, Alexander Maetzing, bestritt, dass die Gruppe mit Waffen und Sprengstoff überhaupt hätte umgehen können. Der Einzige mit militärischem Wissen sei der V-Mann Didier M. gewesen. Der Franzose habe der Gruppe auch beim Ausspionieren politischer Gegner geholfen und Tipps gegeben. Wiese habe einige Pläne mit M. besprochen.
Zu seiner politischen Einstellung sagte Statzberger: «Ich habe mich von Gewalt und allem distanziert.» Wenn der Prozess vorbei sei, wolle er eine Lehre machen. «Das ist für mich das Wichtigste.» Schulz wollte sich zu seiner politischen Haltung nicht äußern.
Fünf weitere Führungsmitglieder der Neonazi-Gruppe stehen seit Anfang Oktober in einem separaten Verfahren vor Gericht. Zwei der Angeklagten sollen am (morgigen) Donnerstag als Zeugen gehört werden.
NN:
Razzia bei verbotener Neonazi-Gruppe
Dresden (dpa) - Die trotz Verbots immer noch aktive Neonazi-Gruppe «Skinheads Sächsische Schweiz» steht erneut im Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Dresden und das sächsische Landeskriminalamt ließen zeitgleich in Sachsen und Bayern 29 Wohn- und Geschäftsräume durchsuchen. 25 Beschuldigten wird vorgeworfen, den organisatorischen Zusammenhalt der im April 2001 verbotenen Gruppe aufrechterhalten zu haben. Bei der Aktion wurde ein 30 Jahre alter ehemaliger Rädelsführer der Gruppierung festgenommen.
|
| Dieser Artikel wurde
3298 mal gelesen. |
| |
|
|
|
|
 |