In Nürnberg ab heute Streik an der GSO-FH!
Morgen in Augsburg Demo, übermorgen in Bamberg...
Was geht ab an der GSO-FH in Nürnberg?
Rektor bangt um seine Kunden, durch Streik die Vermietung der Seminarräume
gefährdet?
Droht Räumung durch Bullen?
Anscheinend bewegt sich doch etwas in dem konservativen Bayern,
anstatt dass alle Schäfchen weiterhin nix hören, sehen und sagen und
treu-dümmlich ihrem Schäfer
(männliche Form, da meist Männer in Führungspositionen, ist leider logisch, bei Patriarchat)
folgen hat vermutlich die Terminsetzung der ersten beiden Lesungen zum neuen Bayerischen Hochschulgesetz ein kurzes Schielen über den Tellerrand ermöglicht.
Heute um 08:00 Uhr begannen Studierende der GSO-FH-Nbg. zu streiken.
In ihrem Flyer-Aufruf stehen folgende Bewegungsgründe:
Sie sind gegen den Entwurf des Neuen Bayerischen Hochschulgesetzes
für mehr Demokratie und eine verfasste Studierendenschaften.
Sie sind gegen jede Form von Studiengebühren, also für freie Bildung.
Außedem sind sie gegen eine Klassengesellschaft und Sozialabbau -
für einen sozialen Staat und soziale Gerechtigkeit.
Die Studierenden an der FH wurden zum mitstreiken aufgefordert, viele sind spontan dazu bereit und bringen sich auch in die Orga des Streikes ein.
Letzte Woche wurden zumindest die Studierenden des Fachbereiches SoWe über das neue bayerische Hoschulgesetz und die neuesten Infos zur Einführung von Studiengebühren (SS 2005) kurz zu Beginn der Lehrveranstaltungen informiert.
Aufgrund der bekannterweisen konservativen Einstellung des Rektors der
GSO-FH, Eichele, erschien er heute zweimal in der streikenden Bahnhofsstraße. Die stattgefundenen Gespräche führen zu folgender Überlegung:
Recht auf Meinungsäußerung oder Privatisierung der Bildung?
Wie berichtet streiken seit 07.00h in der Bahnhofstrasse 87 ca. 500 der 1000 Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen.
Die vorher nicht informierte Hochschulleitung erschien gegen 11.00h und forderte in Person von Rektor Eichele eine(n) Verantwortliche(n) für mögliche Sachbeschädigungen, sowie die Garantie eines störungsfreien Vorlesungsbetriebs. Aus strategischen Gründen erklärte sich eine Person verantwortlich für eventuell in der Hochschule entstehende Sachschäden; was die übrigen Punkte angeht klärten die Studierenden den Hochschulrektor über die basisdemokratische Vorgehensweise der Streikenden und deren Eigenverantwortung auf. Der Vorwurf der Sachbeschädigung ist völlig ungerechtfertigt, schließlich ist das malen mit Straßenkreide auf Steinfliesen keine Straftat nach StGB. (Also wenn ihr mal in Bayern seit, mal nix auf die Straße, ihr könntet angezeigt werden... ;-))
Gegen 13.50h erklärte Herr Eichele, Rektor der Hochschule, dann, dass die Streikenden bis Dienstag, 17.00h offiziell im Hochschulgebäude GEDULDET wären. Er forderte die verbindliche Zusage der Räumung zu diesem Zeitpunkt, durch einen Hauptverantwortlichen. Eine längere Duldung wäre aufgrund einer am Mittwoch stattfindenden externen Veranstaltung in der Hochschule nicht möglich.
Dadurch, dass 2003 die Hochschulen in ihrem Budget bis zu 15 % vom bayerischen Wissenschaftsministerium gekürzt wurden, müssen sie, um ihren Betrieb aufrecht zu erhalten, Drittmittel einnehmen. Diese Drittmittel werden u. a. durch die Vermietung der FH-Räume verdient. In einem Gebäude für die Öffentliche Bildung ist es nur logisch, dass die Studierenden ein Nutzungsrecht des Gebäudes haben. Jedoch kann dieses Recht anscheinend jederzeit beschnitten werden, wenn die ökonomischen Interessen des Betriebes angeblich gefährdet sind. Der Rektor, welcher das Hausrecht über die ihm anvertraute Hochschule hat, kann Personen von der Nutzung dieser Räume ausschließen. In dieser neoliberalen Zeit (und im Kapitalismus) ist es möglich, Personen ihrer Grundrechte zu berauben, wie etwa der freien Meinungsäußerung (Grundrecht), wenn die wirtschaftliche Privatisierung gefährdet wird. Anstatt das sich die Hochschule freut, das die öffentliche Bildung Menschen zu verantwortungsvollem handeln befähigt, welche für ihre Rechte eintreten können, beschneidet sie diese. Außerdem setzen sich die Studierenden mit ihrem Streik für eine Finanzierung der Bildung durch den Sozialstaat ein, welcher jedem Menschen ein Recht auf Bildung gewährt, ohne die bis heute stattfindende selektive Klassenauswahl, nach dem Geldbeutel der Eltern.
Die Handlungsweise der Hochschullleitung ist zu verurteilen, in der Druck aufgebaut wird, um einen Streik zu verhindern, anstatt sich über die Inhalte der Bewegung auseinanderzusetzen. Die Konsequenzen der Hochschulleitung wurden auch nach mehrmaliger Nachfrage von uns nicht genauer definiert. Eine Räumung durch die Polizei scheint nicht ausgeschlossen.
Ist es nun soweit, dass uns der Zugang zu unserer Hochschule verweigert wird, weil die Ökonomie nun eine tragende Rolle in der Finanzierung der Hochschule spielt? Ist das Erscheinungsbild der Hochschule für den Kunden, der Räume mietet, wichtiger als die inhaltliche Auseinandersetzung wie es mit der freien Bildung steht?
Desweiteren ist zu sagen, dass wir die Funktionsfähigkeit der vermieteten Räume keineswegs beeinträchtigen werden. Jeder Raum ist trotz des Streikes für alle Menschen zugänglich. Es besteht auch keine Gefahr, dass wir übergebührlichen Lärm machen, da anstelle der Lehrveranstaltungen unabhängig, von uns selbst organisierte Workshops stattfinden, in welchen wir uns mit Inhalten beschäftigen. Der Streik ist und bleibt friedlich!
(Beschluß des Plenums)
Die Studierenden informierten Rektor Eichele darüber, daß es keine(n) Alleinverantwortliche(n) gäbe und ihm der Beschluss der basisdemokratischen Entscheidung des Plenums über das weitere Vorgehen bekanntgegeben würde.
Dieses Plenum mit der Entscheidung über die weitere Vorgehensweise wird am Dienstag stattfinden.
(Der Text wurde 1:1 von indymedia übernommen)
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